Die Umgebung von Sibiu beherbergt archäologische Funde aus der späten Steinzeit, frühen Bronzezeit und Eisenzeit aus vorrömischen Siedlungen, die von Dakischen Stämmen bewohnt wurden.

Die Siedler, die in alten Dokumenten als teutoniciâ, flandresâ oder saxonesâ bezeichnet wurden, errichteten um 1150 eine Siedlung namens Villa Hermanniâ, Hermannsdorf, später Hermannstadt, welche erstmalig 1191in einem Dokument von Papst Celestin III erwähnt wurde. Hermannsdorf entwickelte sich weiter und erhielt 1366 den Rang einer Stadt.
Die deutschen Siedlungen teilten sich in sieben Gebiete auf, welche gegen Ende des 15 Jhd. eine zusammenhängende Verwaltung, genannt The University of Saxon Nation, bildeten. Sibiu/Hermannstadt wurde zur Hauptstadt der Sachsendörfer erklärt.
Die Stadt gewann, bedingt durch einen blühenden Handel mit Ungarn, Polen und den südlichen Provinzen der Wallachei an Wichtigkeit.
Desweiteren betrieben die Handwerker von Hermannstadt auch Tauschhandel, meist Kleidung und Werkzeuge, mit der rumänischen Bevölkerung.

Sibiu/hermanstadt

Die ersten schriftlichen Bestimmungen von 1367 erwähnten 19 Gilden mit 25 Gewerkschaften, deren Anzahl ständig wuchs. Diese florierende Periode wurde überschattet durch die Invasionen der Türken; eine Attacke folgte der nächsten beginnend 1394, 1432, 1437 und 1438. Die Stadt wiederstand erfolgreich der Belagerung durch Sultan Murad den 2.
1493 hat die Armee der Stadt, unterstützt durch die rumänischen Truppen und angeführt durch Georg Hecht, die türkische Armee, gerade auf dem Rückweg von einer Plünderung, in einen Hinterhalt gelockt und besiegt. Nach diesen Erfahrungen erweiterte die Stadt ihre Schutzwälle, Türme und Bastionen. Nach dem Kampf um Mohacs 1526 haben die Türken 1541 die Hauptstadt Buda eingenommen und brachten so Ungarn und Transsilvanien unter ihre Gewalt.
Die humanistischen Ideen und die Renaissance haben die Ansichten und das Leben in der Stadt stark verändert, welches die Sachsen 1543 dazu veranlasste die religiösen Reformationen anzunehmen. Gegen Ende des 16. Jhd., nach einigen siegreichen Kampagnen, beywang der rumänische Prinz Michael der Mutige die ungarische Armee 1599 unter den Mauern der Stadt und vereinigte Transsilvanien mit der Wallachei.
Als die Türken am Ende des 17. Jhd. von den Österreichern geschlagen wurden, wurde Transsilvanien zum Fürstentum des Österreichischen Reiches. Die Verwaltung wurde zwischen 1692 und 1790 von Sibiu/Hermannstadt aus geführt. Obwohl die Sachsen ihre Lutheranische Konfession bewahrten, setzte die Katholische Kirche ihre Reformen durch und förderten den Barockstil mit sichtbaren Eingriffen in die Stadtarchitektur.

Ende des 18. Jhd. hatte der Gouverneur von Siebenbürgen, Samuel von Brukenthal, eine bemerkenswerte Sammlung an Literatur und Kunst vorzuweisen, welche 1773 im "Almanach von Wien" erwähnt wurde.
Diese Sammlung wurde 1817 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und wurde später zum Herstück des Brukenthal Museum. Im 18. Jhd. weitete sich die Stadt über die bisherigen Grenzen aus und bildete die neuen Stadtteile Josephin, Terezian und Lazaret. Seit 1541 war es ausschließlich den Sachsen gestattet, Grundstücke innerhalb der Mauern zu bewohnen, die rumänische Bevölkerung kam in den Randgebieten unter.
Durch die Aufklärungsreformen von 1781, unter der Herrschaft von Joseph dem 2., bekamen auch andere ethnische Gruppen das Recht innerhalb der Mauern zu wohnen. Als Folge dessen lies sich auch der rumänisch orthodoxe Bischof Vasile Moga mit seiner Kirche in der Stadt nieder. So wurde die rumänische Bevölkerung im Stadtleben immer präsenter.     Der rumänisch ungarische Dualismus beschnitt die Privilegien und die territoriale Selbstständigkeit der Sachsen.
Siebenbürgen wurde 1867 zu Ungarn hinzu gefügt. Die Stadt wurde einmal mehr Zeuge des ökonomischen Aufschwungs zwischen 1840 und 1918, zu der Zeit gab es 33 aktive Unternehmen in Sibiu/Hermannstadt. Das Elektrizitätswerk wurde 1896 gegründet und die elektrische Straßenbahn kam 1905 in die Stadt.

Gegen Ende des 2. Weltkrieges, 1918, entschied sich die rumänische Bevölkerung Transsilvanien wieder mit dem Königreich Rumänien zu vereinen, welches 1919 bei der Versammlung der Sachsen auch beschlossen wurde. Sibiu wurde der provisorische Sitz der Regierung und die Vereinigung war komplett.
Obwohl die Anzahl der rumänischen Bevölkerung erheblich stieg, blieb Sibiu/Hermannstadt das Hauptzentrum der deutschen Kultur und Bildung in Rumänien.
Während des zweiten Weltkrieges erlitt Sibiu keine Zerstörungen aber unmittelbar danach begann die neue Kommunistische Autorität, unterstützt durch Moskau, die Fabriken und Ländereinen zu verstaatlichen. Den folgte eine Welle von Verhaftungen und Gerichtsprozessen, so begann für die Bürger Sibius ein langer Weg des Leidens. Die Kommunisten beschuldigten die Sachsen der Zusammenarbeit mit dem deutschen Reich und viele von ihnen wurden in die Sowjetunion zur Zwangsarbeit deportiert.
Angespornt durch das Diktaturregime und die wirtschaftlich schwierigen Zeiten wanderten viele Sachsen in der 70er Jahren nach Westdeutschland aus. Diese massive Emmigrationswelle hielt auch noch nach der Revolution 1989 an und ließ in Sibiu nur noch 2.200 Sachsen zurück.
Als in den 80er Jahren der Druck auf die Wirtschaft und die Unterdrückung der Bevölkerung noch größer wurde, rebellierte die Bevölkerung von Sibiu im Dezember 1889 gegen das kommunistische Regime, in diesen Kämpfen ließen 91 Menschen ihr Leben.
Während der 90er Jahre stellte die Stadt ihre demokratischen Institutionen wieder her und blickte der Aufgabe entgegen, die Infrastrukturen zu erneuern und den Lebensstandart der Bürger zu erhöhen.

 

Magazin
Harman 14

Harman 14

Shop

Mein Dorf - 15 EUR

Johann Schaas, Kurator der sachsischen Kirche Richiş (deutsch: Reichesdorf, Reichersdorf, ungarisch Riomfalva) teilt mit uns, in sachsischem Dialekt, seine schonsten Erinnerungen an Orte in Siebenbürgen, die er liebte und nicht verlassen wollte, auch wenn die Umstande dagegen sprachen. Documentary Film, 52 minuten. Untertitel: Rumanisch, Englisch, Deutsch, Franzosisch, Italienisch, Ungarisch.
Jahreszeiten
Jahreszeiten
Im Dezember und Januar könnt ihr die winterliche Landschaft bewundern, mit dem Pferdeschlitten durch die verschneiten Orte und Wälder fahren oder in den Bergkurorten der Region Ski fahren.
Erlebnisse
Erlebnisse
Hier sind einige Sachen, welche du nicht verpassen sollst.
Einheimische Aromen
Einheimische Aromen
Man muss sie einfach probieren, die tollen kulinarischen und kulturellen Produkte Siebenbürgens!
Erbe
Erbe
Kirchenburgen sind faszinierende Bauwerke. Vormals in vielen Gebieten Europas verbereitet, sind sie heute europaweit nur selten und in wenigen Regionen zu finden.
Taken 88.9370 ms