Mitte des 12. Jahrhunderts rief der ungarische Koenig Geysa II. ueber 2500 deutsche Kolonisten ins suedoestliche Transsilvanien,zur Erschliessung und zum Schutz dieses Landstrichs „jenseits der Waelder”, eines fruchtbaren, von den Karpaten umgebenen Hochlands, heute ein Teil Rumaeniens. Dieses war die erste Einwanderungswelle von Kolonisten, die sich hier niederliessen und die ersten saechsischen Siedlungen gruendeten.

venirea sasilor

Etwa zur selben Zeit taucht auch der Deutsche Ritterorden in diesem Gebiet auf, heimatlos geworden nach der Rueckeroberung Palaestinas durch die Araber. Der franzoesische Zisterzienserorden baut sich zwei Kloester, deren Bauhuetten die Architektur der siebenbuergisch-saechsischen Kirchenbauten nachhaltig beeinflussen werden.

 

Von aller Anfang an spielten die Kirchen eine wichtige Rolle in den neuen Gemeinden, denen es gelang, sich eine neue Existenz mit allem Notwendigen aufzubauen ... und die von ihnen besiedelten Gebiete in verhaeltnismaessig kurzer Zeit zu sozialer und wirtschaftlicher Bluete zu bringen. Seine Lage zwischen Orient und Okzident brachte jedoch auch unruhige Zeiten fuer das fruchtbaren Siebenbuergen mit sich.

 

Um die Mitte des 13. Jahrhunderts wurden die saechsischen Orte waehrend der Mongolen- und Tatareneinfaelle wiederholt verwuestet. Die Siebenbuerger Sachsen waehlen als letzte Zuflucht ihre Kirchenhaeuser, das Lutherwort „Ein’ feste Burg ist unser Gott” vorweg und woertlich nehmend. Abhaengig von der Eigenart und der Finanzkraft jeder einzelnen Ortschaft werden die Kirchen zu wahren Festungen umgebaut,die ihre Gemeinde waehrend Belagerungen schuetzen koennen. Ihre ausschliesslich religioese Bestimmung erhalten die Kirchen erst fuenf Jahrhunderte spaeter wieder zurueck, nach dem letzten Tuerkeneinfall von 1788.

 

Ungeachtet aller Widrigkeiten verhilft ihr handwerkliches Koennen und ihr Fleiss den Siebenbuerger Sachsen zu politischer und wirtschaftlicher Bluete. Die Doerfer entfalten sich; oft werden Jugendliche zum Studium ins Ausland geschickt und bringen das Wissen ueber die neuesten wissenschaftlichen Entdeckungen ins Bewusstsein der saechsischen Gemeinschaft.

 

Der Zweite Weltkrieg erschuettert ganz Europa und bedeutet zugleich den Anfang vom Ende der ueber 800-jaehrigen Geschichte der Siebenbuerger Sachsen in ihrer bisherigen Form. Nach der Russland-Deportation begann die Auswanderung infolge der harten Zustaende waehrend des kommunistischen Regimes. Die Siebenbuerger Sachsen konnten Rumaenien in Richtung Deutschland verlassen.

 

Die Oeffnung der Grenzen 1989 nach dem Fall der Ceausescu-Diktatur bildet den letzten Akt des Siebenbuerger Sachsen Exodus. Die massive Auswanderung in die Bundesrepublik Deutschland laesst bloss eine handvoll betagter Menschen zurueck, die versuchen, ihre Kirchen und die dazugehoerigen Liegenschaften zu verwalten.

biserica ideala

Mit wenigen Ausnahmen sind die Kirchenburgen allmaehlichem Verfall preisgegeben, wobei ein Teil der Kirchengeraete schon in die Haende von Dieben oder Antiquitaetenhaendlern geraet. Alte, in den Doerfern zurueckgebliebene Menschen erzaehlen dem Wanderer von der Bluetezeit dieses vom Untergang bedrohten Voelkchens.

 

7 der ueber 150 Kirchen sind von der UNESCO auf die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden.

Magazin
Harman 14

Harman 14

Shop

Fotoalbum - 15 EUR

Entdecke - Terra Ultrasilvana - das Land jenseits der Walder, eine im Laufe von Jahrhunderten gewachsene Kulturlandschaft anhand von mehr als 200 Bildern aus Siebenburgen. Der Bildband ist zweisprachig Englisch/Deutsch und bietet 128 Seiten in Farbe im Format 21 X 28 cm.
Jahreszeiten
Jahreszeiten
Im Dezember und Januar könnt ihr die winterliche Landschaft bewundern, mit dem Pferdeschlitten durch die verschneiten Orte und Wälder fahren oder in den Bergkurorten der Region Ski fahren.
Erlebnisse
Erlebnisse
Hier sind einige Sachen, welche du nicht verpassen sollst.
Einheimische Aromen
Einheimische Aromen
Man muss sie einfach probieren, die tollen kulinarischen und kulturellen Produkte Siebenbürgens!
Erbe
Erbe
Kirchenburgen sind faszinierende Bauwerke. Vormals in vielen Gebieten Europas verbereitet, sind sie heute europaweit nur selten und in wenigen Regionen zu finden.
Taken 56.8829 ms